HRV- Herzraten Variabilitäts Messung

Viele wissen es nicht, aber das Herz schlägt nie gleichmäßig, es wäre auch nicht gesund! Ein Puls oder die “Herzrate” von 60 Schlägen in jeder Minute sagt nichts über den Abstand zwischen den aufeinander folgenden Herzschlägen aus. Es schlägt eben nicht genau in jeder Sekunde einmal, die Abstände je Herzschlag können und sollen variieren. Und die Analyse dieser “Variablen”  ist äußerst wichtig und interessant für die medizinische Diagnostik.

Mit einem EKG (Elektrokardiogramm) kann dies sehr genau gemessen werden und ist auch Intensivmedizinisch sehr bedeutsam.

Die HRV spiegelt also die ständige Anpassungsfähigkeit des Organismus an die Herausforderungen des Lebens.

Je stärker dies geschieht, also je variabler das Herz schlägt und reagiert, je stärker kann sich der Mensch an körperliche oder seelische Einflüsse oder Belastungen anpassen, eben auch bei Stresssituationen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, je starrer ein Herz schlägt, je eher stimmt etwas nicht.

Doch wer steuert eigentlich diese Mechanismen im Hintergrund? Und was kann man daraus ableiten?

Das Herz schlägt grundsätzlich ohne äußere Nervenversorgung. Es hat sozusagen sein eigenes kleines Nervensystem. Dieses System wird allerdings von außen beeinflusst und zwar durch das “vegetative Nervensystem” (VNS).

Das vegetative (oder autonome) Nervensystem kontrolliert und steuert lebenswichtige Funktionen (Vitalfunktionen) des Organismus. Es hat damit auch Einfluss auf die Herzaktivität. Es besteht aus drei Komponenten,

  1. dem Sympathikus ( Er steht für den “Kampf und Fluchtmodus” und sorgt für eine höhere Leistungsbereitschaft des Körpers und baut Energiereserven ab)
  2. dem Parasympathikus (Er steht für den “Ruhemodus” und sogt für Entspannung, Regeneration und Aufbau von Energiereserven) sowie
  3. dem enterischen Nervensystem (Es hat starken Einfluss auf das Verdauungssystem).

Der Sympathikus und der Parasympathikus spielen für die Beeinflussung des Herzrhythmus die wichtigste Rolle und sind dabei direkte Gegenspieler.

Aus der Herzfrequenzvariabilität lassen sich daher direkte Rückschlüsse auf den aktuellen “Modus” des Untersuchten schließen. Ist es auf “Vollgas”, im Stressmodus also, so überwiegt der Einfluss des Sympathikus oder beim Gegenteil der Parasympathikus. Im Extremen wirken sich beide Übersteigerungen negativ auf den gesamten Organismus aus. Ist man also großem Stress ausgesetzt, so aktiviert sich automatisch der Sympathikus mit Folgen für Herzschlag, Blutdruck und anderer wichtiger Körperfunktionen, die nach und nach vorhandene Energiereserven “wegfressen”.

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